„Soll das mein Leben sein?“

Mit dieser Frage navigieren wir unbewusst täglich durch unser Leben: Will ich diese  vielversprechende Diät? Will ich dieses oder jenes finanzielle Risiko eingehen? Will ich einen Outdoor-Urlaub? Will ich Tante Erna besuchen?… usw.

Doch wenn diese Frage immer aufdringlicher und schmerzlicher wird, dann hilft sie uns nicht mehr nur bei der allgemeinen Orientierung. Spätestens, wenn sie plötzlich einfach ALLES in Frage stellt, winkt die allseits bekannte Midlifecrisis.

Midlifecrisis heute – Was ist neu?

Die Sinnkrise tritt heute wesentlich früher ein, bereits ab 28 statt ab 40, und ereilt gleichzeitig auch „nachträglich“ ältere Generationen bis ins frühe Rentenalter.

Sie betrifft daher viel mehr Personen, als noch vor zwei Jahrzehnten. Heutzutage ist die Sinnkrise zudem oft mit akutem Burnout gekoppelt.

Und Burnout noch dazu?

Warum diese Veränderung?

Ein konkreter Unterschied ist, dass das „fleißige Funktionieren“ in dieser Welt, nicht mehr automatisch an mehr Wohlstand gekoppelt ist. Die Nachkriegsgenerationen erlebten noch, wie es mit dem Fleiß stetig bergauf ging. Spätestens seit den 2010er Jahren ist das kaum mehr die Norm.

Verschärft wird dieses Erleben noch durch unsere zunehmend komplexere Lebenswelt, als in den 50er Jahren. Das Problem dabei: Unser Gehirn steht auf Energiesparen.

Da halfen die starken Rollenbilder (Arbeiter, Mutter, Intellektueller, Unternehmer), auch wenn sie uns einengten und zu Ungerechtigkeit führten. Heute tritt an diese Stelle die Überforderung durch das Paradox der unbegrenzten Möglichkeiten.

Was ebenfalls oft übersehen oder zu wenig ernst genommen wird: Spätestens ab den 90ern prallen veraltete Vorbilder und digitalisierte Lebenswelt aufeinander. Die meisten von uns wissen inzwischen, dass wir heute einer massiven Reizüberflutung ausgesetzt sind, durch Unmengen Informationskontakte pro Tag (ungebündelt, ununterbrochen und unbegrenzt). Doch die wenigsten haben gelernt rechtzeitig zu spüren, wann es zuviel ist und wie sie sich so erholen, dass sie wirklich wieder zu Kräften kommen. Die Scham über diese eigene „Unfähigkeit“ zur angepriesenen Work-Life-Balance setzt dem ganzen dann noch die Krone auf. Dagegen waren „Briefverkehr“ und „ohne Smartphone an der Bushaltestelle warten“ oder „ohne Vorwissen ein Zugticket bei einem Menschen kaufen“ regelrechter Urlaub für unser Gehirn.

Die Krise entsteht, wenn ein bisher tragfähiges Orientierungssystem zusammenbricht, also die 3 Säulen Beziehung, Sicherheit und Körpererleben ins Wanken geraten.

 

Die neue Midlifecrisis aus der besik®-Perspektive:

  • Beziehung: Alte Rollen tragen nicht mehr – gleichzeitig fehlt oft eine neue Form von Verbundenheit.

  • Sicherheit: Beruflicher Erfolg genügt nicht mehr. Lebensmodelle fühlen sich nicht mehr verlässlich an.

  • Körpererleben: Dauerstress und Reizüberflutung erschweren es, die eigenen Bedürfnisse, Grenzen und stimmigen Impulse überhaupt noch wahrzunehmen. Das Selbstbild wird brüchig.

Die gute Nachricht ist:

Das ist dieselbe Dynamik, die man in Aufstellungen, Körperarbeit oder Biografiearbeit seit Jahrzehnten begleitet. Jeder hat dabei seinen ganz individuellen Lösungsweg.

Womit wir wieder bei den erschreckenden unbegrenzten Möglichkeiten sind.

Deshalb hier ein Tipp, wie es weniger erschreckend wirkt. Damit wir uns trauen können weiterzulaufen, um einen neuen Weg zu finden:

Oft stresst uns die Frage: „Welchen der 500.000 möglichen Wege gehe ich – und verpasse ich gerade den besseren?“

Hilfreicher ist die Überlegung: „Welcher Weg tut mir gut?“

Nutze dafür folgende kurze Übung:

 

Was außerdem im Alltag hilft:

👉 Nimm dir 30 Sekunden und spüre:
Fühlt sich mein Körper gerade eher weit oder eher eng an?
Nach einigen Wochen entsteht daraus oft ein erstaunlich deutlicher Kompass.

👉 Frage dich bei wichtigen Entscheidungen:
Gibt mir dieser Gedanke Energie oder zieht er mir Energie?

Damit triffst du zukünftig wesentlich bessere Entscheidungen.

Manche Veränderungen brauchen allerdings mehr als einen kurzen Impuls. In unseren Jahresgruppen hast du über mehrere Monate einen verlässlichen Rahmen, um deine Wahrnehmung zu vertiefen, alte Muster zu lösen und neue Erfahrungen im Alltag zu verankern. Mit Aufstellungen, Körperarbeit und systemischen Methoden kannst du deinen eigenen Weg Schritt für Schritt klarer erkennen und gehen.

 

Durchstarten mit deiner Jahresgruppe?

Schritt für Schritt. Monat für Monat. Immer ganz aktuell an den Themen, die dich gerade beschäftigen.

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