Gegeneinander Kämpfen oder gemeinsam erschaffen?

Das ist oft die Frage, wenn Menschen zusammenkommen. Das Buch „Dialogische Intelligenz“ widmet sich dem Prozess, gemeinsam Neues zu entwickeln.

Wie kommen wir als Gruppe oder Team dahin, unsere Meinungen nicht nur auszutauschen oder im schlimmsten Fall sogar damit gegeneinander anzutreten, sondern stattdessen gemeinsam durch das Zusammenbringen unserer Kompetenzen Neues entstehen zu lassen?

Die Autoren unterscheiden zwischen Diskussion und Dialog. Und stellen die Frage: Wie kommen wir aus dem Käfig des Gedachten in den Kosmos gemeinsamen Denkens?
Diskussion ist dabei der Austausch von bereits Gedachtem, oft mit dem Ziel, die Diskussionspartner zu dominieren.
Im Dialog dagegen entstehen neue Gedanken im gemeinsamen Gespräch.

Doch wie kann eine Dialogatmosphäre entstehen? Wie kann das Abrutschen in vertraute Diskussionsmuster verhindert werden?

Dazu gibt es im Buch viele Anregungen. Und es werden prominente Mütter und Väter des Dialogprozesses benannt und ihr dialogisches Wirken beschrieben.

Ein Buch, welches einlädt zu einer neuen Kultur des Austauschs und der gemeinsamen Weiterentwicklung mit klaren Hinweisen, wie eine entsprechende Atmosphäre des Miteinander geschaffen werden kann. – Also ein Buch für alle, die der Austausch von bereits (Vor-)Gedachtem und der Kampf der Meinungen gegeneinander langweilt oder einfach weniger interessiert, als das Erschaffen von neuem in Gemeinsamkeit.

Wie wertvoll der Prozess des Dialogs sein kann, spiegelt sich auch in der Auszeichnung für das „Nationale Dialogquartett“ aus Tunesien mit dem Friedensnobelpreis 2015 wieder.

Rezension von Thomas H. Lemke